Wo der Morgen nach Heu riecht
Eine Bio-Bäuerin zeigt Haltung
Dort, wo jede Kuh noch beim Namen gerufen wird, lebt Katrin Eckerstorfer eine Landwirtschaft mit Haltung, Herz und Zukunft. Am Petern z’Kitzberggut zeigt die BIOBäuerin des Jahres 2025, wie ehrliche Lebensmittel, Tierwohl und moderne BIO-Landwirtschaft heute wirklich aussehen können.

Kuhkontakt. Katrin lebt in St. Johann am Wimberg und gehört zu jener Generation, die Landwirtschaft nicht einfach „übernimmt“, sondern neu denkt. Sie war gelernte Bürokauffrau, ihr Mann Georg Forstwirt – beide hätten ein anderes Leben führen können. Doch sie entschieden sich für den elterlichen Hof, das Petern z’Kitzberggut. Und für einen radikalen Schritt: „Entweder wir übernehmen und machen 100% BIO – oder wir übernehmen nicht”.
Heute führen sie einen BIO-Heumilch-Vollerwerbshof mit Wohlfühlstall, Käserei, Gemüse- und Ackeranbau, Imkerei, Direktvermarktung und einer klaren Vision: Landwirtschaft soll zukunftsfähig, tiergerecht, bodenverbunden und wirtschaftlich stabil sein. Und: “Ich möchte Menschen dazu bringen, wieder darüber nachzudenken, was sie essen”.
„Rohmilch ist das einzige Lebensmittel, von dem allein man leben könnte”
Dafür wurde sie auch als Biobäuerin des Jahres 2025 ausgezeichnet – als mutige Visionärin, die zeigt, wie moderne Landwirtschaft und authentische Lebensmittelproduktion in Zukunft wieder aussehen sollte. Nebenbei ist sie auch als wissenschaftliche MA im Biokompetenzzentrum Schlägl tätig.
Was wir essen beginnt im Stall
Lebensmittel entstehen nicht im Supermarktregal. Sie beginnen dort, wo Katrins Tag beginnt: im Stall bei ihren Kühen. Einem Wohlfühlstall mit frei wählbaren Liegefläche, Freilauf und bester Aussicht. Melkroboter gibt’s dort keine. Aber dafür viel Gespür für die Tiere. Zweimal am Tag sieht Katrin jede Kuh, fasst das Euter an, weiß, wie es ihr geht. „Ich will eine Bäuerin sein, die den Kontakt zu den Viechern hat – und nicht eine Datenauswerterin, der der Computer sagt, wie es der Kuh geht.“

Handwerk statt Industrie: Gupferl mit Kick
Katrin verarbeitet auf ihrem Hof pro Monat 1.000–1.500 Liter Rohmilch. Heumilch. Alles in Handarbeit. „Rohmilch ist das einzige Lebensmittel, von dem allein man leben könnte”, schwärmt sie. Sie enthält natürliche Bakterien, Enzyme und Nährstoffe – ein lebendiges Produkt, kein hochverarbeitetes. Aus der Rohmilch macht sie u.a.
- Joghurt
- Skyr
- Heu- und Wiesengupferl
Für die Gupferl wird die Milch pasteurisiert - für die Haltbarkeit, dann mit Bakterienkulturen geimpft damit sie stockt, und in Becher gefüllt. Heublumen oder Wiesenkräuter und Kernöl sorgen für das Topping. „Den besonderen Kick bekommt’s, wenn man’s mit Freude macht”, lacht Katrin. Und weil sie gerne herumprobiert. Ihr neuestes Produkt: der Skyr – eine geballte Ladung Mühlviertler Bio-Protein.
“Ich möchte Menschen dazu bringen, wieder darüber nachzudenken, was sie essen."
Warum Heumilch etwas Besonderes ist

Ein Argument auf jeder Speisekarte
Heumilchwirtschaft gilt im übrigen als landwirtschaftliches Kulturerbe von globaler Bedeutung, weil es ein einzigartiges, nachhaltiges, erhaltenswertes Agrarsystem ist – arbeitsintensiv und deshalb wirtschaftlich herausfordernd, aber ökologisch höchst wertvoll und vor allem auf Generationen ausgerichtet. Und sie ist die ursprünglichste Form der Fütterung und Milcherzeugung.
“Wir wollen dem Boden das wiedergeben, was wir ihm nehmen - damit auch künftige Generationen davon leben können.“
BIO-Landwirtschaft als System
Katrin und Georg denken Bio-Landwirtschaft nicht linear, sondern zyklisch. Für sie ist klar: “Wir wollen dem Boden das wiedergeben, was wir ihm nehmen - damit auch künftige Generationen von unserem Grund und Boden leben können.“ Das bedeutet:
- Mit der Natur arbeiten
- geschlossene Kreisläufe
- Humusaufbau durch Weidehaltung
- eigener Ackerbau für Bio-Futter
- keine Eiweißfuttermittel von außen
- Unterschiedliche Mahdzeiten für Biodiversität
Vom Stall direkt ins Regal
Das Herzstück am Hof ist der eigene Hofladen, das“BIOEck”: ein kleiner Holzbau aus eigenem Holz, 50 m entfernt vom Hof -“damit die Leut’ nicht lang im Hof herumsuchen müssen”.
Sie verkauft dort alles, was sie selbst herstellt:
- Bio-Milch
- Bio-Butter
- Bio-Joghurt
- Bio-Gupferl
- Bio-Skyr
- Selbstgebackenes Bio-Brot
- Bio-Gemüse aus eigenem Anbau
- Bio-Säfte
- Bio-Honig
Und wie man sieht: kompromisslos Bio. “Weil es die einzige Wirtschaftsweise ist, die für die Zukunft Sinn macht, die logisch ist. Steckt ja bereits im Wort bio-logisch".
Durch die Direktvermarktung bleibt die gesamte Wertschöpfung am Hof – ein entscheidender Vorteil in Zeiten von fallenden Milchpreisen. “In meinem Laden bekomme ich einen fairen Preis für meine Arbeit”, sagt sie. Und ihre KundInnen zahlen ihn gern. Trotz der abgelegenen Lage kommen viele von weit her, weil sie die Produkte, den Geschmack und die Haltung schätzen.
Und Katrin? Sie geht mit den Gupferln, die sie in den Hofladen bringt, durch den Stall, “damit die Kühe sehen, was ich aus ihrer Milch gemacht habe. Und ich sage “Danke” zu ihnen”.
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„Wenn ich am Morgen die Milch von meiner Kuh sehe und am Abend auf Weide, Bienen und Hügel blicke, weiß ich, es gibt keinen schöneren Job”
Diversifizierung statt Abhängigkeit
Was Katrin und Georg damit zeigen: „Man braucht nicht 60 Kühe, um zu überleben. 24 und mehrere Standbeine schaffen das auch.“ Das macht den Hof resilient und krisenfest – und zeigt, wie Landwirtschaft im 21. Jahrhundert funktionieren kann.
Die Direktvermarktung ist ein wichtiges Standbein davon. Sie bedeutet:
- höhere Wertschöpfung
- keine Lieferwege zu KundInnen
- faire Preise
- keine Abhängigkeit von Molkereipreisen
- persönlicher Kontakt zu KundInnen
Für die Sichtbarkeit ihrer Arbeit sorgt Kathi selbst: unter _biokati_ auf Instagram.

Beziehung zum Leben
Für Katrin ist Landwirtschaft kein Job, sondern ihr Leben. „Wenn ich am Morgen die Milch von meiner Kuh sehe und am Abend auf Weide, Bienen und Hügel blicke, weiß ich, es gibt keinen schöneren Job”.
Sie liebt das Melken, das Arbeiten mit den Tieren, das Veredeln der Milch. Und sie liebt es, wenn Menschen verstehen, was bei ihrem Essen dahintersteckt. Katrin zeigt, dass Landwirtschaft Zukunft hat – wenn Menschen sie mit Herz, Wissen und Mut gestalten.
Teil der Zukunft sein
Ein Hof wie der von Katrin liefert:
- Tierwohl, das man sieht
- Bodenfruchtbarkeit, die Zukunft hat
- Handwerk, das man schmeckt
- Produkte, die Geschichten haben
Wer solche Lebensmittel verarbeitet, kocht nicht nur besser – sondern ist Teil der Zukunft. Und Gäste spüren das.


Unsere "BIO-HOFTOUREN mit Kathi & Dani" sind Teil der NaHtürlichBIO-Kampagne 2026 "Jahr der Biobäuerin".
Sie macht sichtbar, was Frauen in der Bio-Landwirtschaft leisten und im Alltag oft übersehen wird: nicht nur die Care-Arbeit, sondern auch ihr Beitrag für Ernährungssicherheit und Klimaschutz.

Unsere BIO-HOFTOUREN mit Kathi & Dani sind Teil der NaHtürlichBIO-Kampagne 2026
Jahr der Biobäuerin.
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