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7. September 2026

Wenn ein kleiner Wurm durchs Dunkel zieht

Wie aus dem Mist der Vergangenheit Dünger für die Zukunft wird.

Unscheinbar, haxenlos, leise bohrt sich er sich durch die Erde. Glaubt man. In Wahrheit feiert er dort unten eine wilde Party - die Basis für gesunde Früchte. Ein Besuch beim Wurmhof Thaller.

Wurmkompost. Wer über gutes Essen spricht, landet früher oder später bei Rezepten, Handwerk und regionalen Zutaten. Doch der eigentliche Anfang liegt tiefer; im Boden. Jenem krümeligen dunklen Lebensraum, in dem Mineralstoffe, Enzyme und Mikroorganismen eine kraftvolle Gemeinschaft bilden. Dort unten entsteht alles, was uns ernährt – und alles, was uns gesund hält. 

Star-Act dabei ist der Kompostwurm. Eine kleinere Gattung des Regenwurms. Er lebt von verrottbarem Bioabfall und seine Ausscheidungen sind Gold wert für Gemüse und Blumen, Rasen. Wurmkompost gilt als der beste Pflanzendünger, den es gibt. 

Mut zum Anderssein

Gaby und Wolfgang Thaller waren nie klassische Bauern – und genau deshalb strahlt ihr Wurmhof in Zwettl weit über das Waldviertel hinaus.  

Gaby ist die Vielseitige am Hof: Bio-Seminarbäuerin, Kräuterpädagogin, Brotbotschafterin und Betreiberin des Thaller Hofladens. 

Wolfgang ist der kreative Kopf hinter dem Wurmhof. 2009 traf er eine Entscheidung: er stockte seinen Tierbestand auf 80.000 Tiere auf – Kompostwürmer. Um Wurmhumus zu erzeugen.  

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Ein Schritt, der damals absurd klang. „Was sind denn das für Spinner“, hörten sie oft.  Heute gilt der Wurmhof als Paradebeispiel für Kreislaufwirtschaft. Und die Menschen kommen genau deshalb zu ihnen: weil es bei ihnen „ein bisschen anders“ ist.  

Gemeinsam betreiben sie 60 Hektar Bio-Landwirtschaft, Stiermast und einen Regenwurmstall mit mittlerweile rund zwei Millionen Kompostwürmern. Dazu kommen Führungen, Workshops, die Schule am Bauernhof sowie die Wurmküche und das Wurmkino – Räume, die durch ein Crowdfunding entstanden sind und heute für Seminare gemietet werden können. 

Wie aus Mist neues Leben wird

Wurmhumus beginnt in der „Heißrotte“. Bio-Stiermist aus der eigenen Landwirtschaft, Kleegras, Stroh, Steinmehl, Erde werden 6-8 Wochen lang vermischt und gewendet, belüftet und erhitzt – bis zu 70 Grad. Dieser Rohkompost ist das Futter für die Kompostwürmer. Sie leben in Wurmkisten – und dort in den oberen 20 Zentimetern der Kompostschicht. Sie werden von oben gefüttert. Der Wurmkompost fällt durch ein Gitter und wird dort geerntet – voll mit den wertvollen Wurmausscheidungen.  

Sie fressen täglich die Hälfte ihres Körpergewichts, schälen Pflanzenreste, nehmen Mikroorganismen auf und verwandeln alles durch ihre Verdauung in nährstoffreichen Humus. Ein Zyklus dauert rund drei Monate. Im Winter wird geheizt, im Sommer viel gegossen. Und ja – die Würmer sind Haferflocken-Junkies. Haferschrot ist ein Festmahl. 

Wurm-Facts:

  • Kompostwürmer sind 6-10 cm lang, kleiner als Gartenwürmer
     
  • Leben 2–3 Jahre

  • Zwitter, legen bis zu 20 Eier/Jahr

     

  • Bis zu 5 Jungtiere pro Ei

     

  • Frisch geschlüpfte Würmchen sind sofort einsatzbereit - ganz ohne Eltern

  • Eier können 15 Jahre überdauern

     

  • Fressen täglich die Hälfte ihres Körpergewichts

     

  • Mögen Dunkelheit, Feuchtigkeit und Kaffeesatz

     

  • Ihre Ausscheidungen ergeben besten Bio-Dünger

Was ist ein lebendiger Boden?

 

  • Ein guter Boden hat eine feine Krümelstruktur 
  • Er ist reich an organischer Substanz 
  • Er ist wasserdurchlässig, ohne Staunässe 
  • Er lebt: Mikroorganismen, Pilze, Bakterien, Insekten, Würmer 
  • Er speichert Nährstoffe und gibt sie langsam ab 
  • Er bildet die Grundlage für Geschmack, Gesundheit und Ertrag 

Warum Bio-Wurmhumus so besonders ist

Regenwurmhumus ist einer der natürlichsten Dünger, die es gibt. Er ist reich an Mikroorganismen und durch die Verdauung der Würmer extrem nährstoffreich. Er verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherfähigkeit, stärkt Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger gegen Schädlinge.

Der Humus vom Wurmhof Thaller ist biozertifiziert, das heißt er ist frei von Chemie und Pestiziden, frei von Industrieabfällen, frei von tierischen Nebenprodukten. Er belastet weder Wasser noch Boden. Überdüngen ist praktisch unmöglich. Und er ist universell einsetzbar – vom Kräutergarten bis zum Gemüseacker.

Was ist ein lebendiger Boden?

 

  • Ein guter Boden hat eine feine Krümelstruktur 
  • Er ist reich an organischer Substanz 
  • Er ist wasserdurchlässig, ohne Staunässe 
  • Er lebt: Mikroorganismen, Pilze, Bakterien, Insekten, Würmer 
  • Er speichert Nährstoffe und gibt sie langsam ab 
  • Er bildet die Grundlage für Geschmack, Gesundheit und Ertrag 

Eine g'scheite Party

Für Gaby ist klar: „Wenn in der Erde eine g'scheite Party ist, dann kann die Pflanze kraftvoll wachsen und wunderbares Obst und Gemüse hervorbringen, vollgepackt mit Mineralstoffen, die uns gut tun. Die Würmer halten nicht nur den Boden lebendig, sondern auch uns". 

Und damit schließt sich der Kreislauf: Gutes Essen beginnt dort, wo ein kleiner Wurm durchs dunkle Erdreich zieht.  

Den Bio-Wurmkompost gibt’s im Hofladen und im Online-Shop. Und wer selbst Bio-Düngerproduzent werden will, kann sich auch ein kleines Wurmhotel in seinen Garten oder Keller stellen. Mehr: ​wurmhof_thaller   

Wurmfoto (c) Thaller


Unsere "BIO-HOFTOUREN mit Kathi & Dani" sind Teil der NaHtürlichBIO-Kampagne 2026 "Jahr der Biobäuerin".

Sie macht sichtbar, was Frauen in der Bio-Landwirtschaft leisten und im Alltag oft übersehen wird: nicht nur die Care-Arbeit, sondern auch ihr Beitrag für Ernährungssicherheit und Klimaschutz. 

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