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16. August 2026

Frauen sind das Rückgrat der Landwirtschaft

Wäscherin, Köchin, Stallmeisterin, Nachschubbeschaffungsoffizierin.

Frauen am Hof sind oft jene starken Persönlichkeiten, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen und essenziell für das Funktionieren der Landwirtschaft sorgen. Wir sprechen mit Barbara Riegler, Obfrau von Bio Austria, über die Kraft, die Frauen in die bäuerliche Welt einbringen.

NaHtürlichBIO: Wir möchten mit unserer Kampagne zum Jahr der BioBäuerin vor allem die Frauen am Hof ins Zentrum rücken. Warum ist diese Sichtbarkeit Ihrer Meinung nach so wichtig?

Barbara Riegler: Die Höfe sind nicht per se nur Arbeitsplatz, sie sind ja eine richtige Lebens- und Arbeitswelt. Und Frauen können nicht nur auf eine Funktion reduziert werden. Am Hof ist man immer alles gleichzeitig: von der Wäscherin und Köchin bis zur Stallmeisterin und Nachschubbeschaffungsoffizier.

Und Frauen sind – vielleicht durch diese viele Care-Arbeit, die auf den Höfen stattfindet – noch viel intensiver für das soziale Gefüge auf den Höfen zuständig. Auf vielen Nebenerwerbsbetrieben arbeiten die Männer tagsüber auswärts, während die Frauen die Wirtschaft schupfen. Ein gutes Beispiel ist auch die Nachkriegszeit, wo viele Frauen die Höfe bewirtschaftet haben, bis die Männer heimgekehrt sind. Also es hat immer Zeiten gegeben, wo sich Frauen um diese Betriebe gekümmert haben und das haben sie gut gemacht.

"Wenn sich Frauen nach vorne trauen würden, um für ihre Interessen zu kämpfen, dann wäre das eine Bereicherung für alle!

Barbara Riegler, Obfrau Bio Austria

NaHtürlichBIO: Sie haben tagtäglich mit so vielen Frauen am Land zu tun. Was sind denn die Stärken, die Frauen oft am Hof einbringen?

Barbara Riegler: Das ist recht schwierig zu verallgemeinern. Je nachdem, welche persönliche Stärken und Talente eine Frau mitbringt. Aber was Frauen insgesamt mitbringen auf die Höfe, das ist vor allem der Mut. Mut um Dinge auszuprobieren und um aus den gewachsenen Mustern auf den Höfen und Strukturen auszubrechen. Vor allem im Generationenkontext oft wirklich eine Herausforderung!

NaHtürlichBIO: Aktuell ist die bäuerliche Interessensvertretung sehr stark männlich geprägt. Braucht es Ihrer Meinung nach mehr weibliche Stimmen in der Agrarpolitik?

Barbara Riegler: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass es ausgeglichen sein sollte, 50% Männer und 50% Frauen. Das tut gut, um die verschiedenen Blickwinkel einzubringen. Ja, wir haben auch in der Agrarpolitik sehr viel mehr Männer als Frauen und das finde ich wirklich schade! Ich bin überzeugt, wenn es uns gelänge, mehr Frauen zu motivieren, sich auch nach vorne zu trauen, um für ihre Interessen zu kämpfen, dann wäre das eine Bereicherung für alle!

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Bio-Austria-Obfrau Barbara Riegler spricht mit Kathi Vogl vom "Jahr der Biobäuerin". 

NaHtürlichBIO: Woran liegt es, dass sich Frauen öfter ein bisschen klein machen, sich nicht in den Vordergrund stellen wollen, auch politisch gesehen?

Barbara Riegler: Ich bin hier natürlich keine Expertin. Aber diese Care-Arbeiten auf den Höfen beansprucht die Frauen viel mehr als die Männer, somit sind diese viel weniger abkömmlich auf den Höfen. Ich glaube, dass dieses traditionelle Gefüge in der Landwirtschaft noch sehr spürbar bzw. im historischen Kontext noch stark verankert ist. Aber es bricht auf und das ist gut und da leisten wir unseren Beitrag.

NaHtürlichBIO: Und weil wir hier vom Jahr der Bio-Bäuerin reden. Wie verhält es sich mit dem Frauenanteil bei BIO-Austria?

Barbara Riegler: Der ist sehr gut, das freut mich wirklich. Die Bundesgeschäftsführerin, Susanne Maier ist eine Frau, ich als Bundesobfrau bin eine Frau, meine Vorgängerin war eine Frau. Ich finde, dass das tatsächlich ein wichtiges Signal ist. Es ist nur ein logischer Schritt, dass auch Frauen vorne sind und die Geschicke von Verbänden lenken. Ich glaube, das ist angebracht!

"Beim Ausräumen des Geschirrspülers neige ich dazu, die Mädels einzuteilen. Aber es gelingt uns gut, gegen diese Verhaftung in Rollenbildern anzusteuern."

Barbara Riegler, Obfrau Bio Austria

NaHtürlichBIO: Wie sieht es denn bei Ihnen am Hof mit der Arbeitsteilung aus - Stichwort Gleichberechtigung?

Barbara Riegler: Natürlich könnte ich meinem Amt nicht nachgehen, wenn mein Sohn und mein Mann mich zuhause nicht so tatkräftig ersetzen würden. Ich habe einen Vorzeigemann, was das betrifft. Aber ich glaube auch, dass wir Frauen das immer wieder ein Stück weit einfordern müssen. Ich merke selbst manchmal, wie wir noch in unseren Rollenbildern verhaftet sind. Beispiel: Ist der Geschirrspüler zum Ausräumen, neige ich schon mehr dazu, die Mädels einzuteilen. Aber es gelingt uns gut, da auch dagegen anzusteuern.

NaHtürlichBIO: Wenn es so einen Satz gäbe, den Sie jungen Biobäuerinnen mitgeben möchten, welcher wäre das?

Barbara Riegler: Seine persönlichen Stärken, das, woran man Freude hat und wofür das Herz schlägt – das sollte man nach Möglichkeit auch im Betrieb miteinbinden. Und diese Leidenschaft, diese Freude der nächsten Generation vorleben. Davon zehrt man und das macht auch jene Arbeiten leichter, die man im betrieblichen Alltag vielleicht nicht so gern erledigt.  


Unsere "BIO-HOFTOUREN mit Kathi & Dani" sind Teil der NaHtürlichBIO-Kampagne 2026 "Jahr der Biobäuerin".

Sie macht sichtbar, was Frauen in der Bio-Landwirtschaft leisten und im Alltag oft übersehen wird: nicht nur die Care-Arbeit, sondern auch ihr Beitrag für Ernährungssicherheit und Klimaschutz. 

das.jahr.der.biobaeuerin


Unsere BIO-HOFTOUREN mit Kathi & Dani sind Teil der NaHtürlichBIO-Kampagne 2026
Jahr der Biobäuerin.

Sie macht sichtbar, was Frauen in der Bio-Landwirtschaft leisten und im Alltag oft übersehen wird: ihr Beitrag für Ernährungssicherheit und Klimaschutz. 

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